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Lectures and Q&A

Japanische Kultur

25. März 2020

Was ist Zen?


Es gibt ein großes Missverständnis darüber, worum es beim Zen geht. Es ist offensichtlich, dass Zen aus dem Buddhismus hervorging, in China entwickelt wurde und danach nach Japan kam. In Japan entwickelte sich Zen aber vollkommen anders weiter als beim indischen oder chinesischen Ursprung. Deshalb darf der japanische Zen auch kein Teil des Buddhismus sein. Aber auch beim Buddhismus selbst ist es wohlbekannt, dass der japanische Buddhismus sich stark vom Buddhismus in anderen Ländern wie Tibet, Vietnam usw. unterscheidet.


Der wichtigste Punkt beim Zen ist, dass es keine Meditation ist. Es ist eine physische körperliche Übung zu versuchen, die Fähigkeit zu erreichen, seinen eigenen Körper zu sehen und zwar unabhängig von seiner Psyche (Gefühle, Gedanken, Wünsche, Emotionen usw.). Dann wird man verstehen, dass der Körper entschieden agieren kann ohne eine Entscheidung in Form eines Gedanken zu treffen. Das ist die Absicht des Zen und aus diesem Verständnis heraus entsteht eine große Entspannung und Zufriedenheit.


Warum sitzt man beim Zen lange Zeit?


Wenn man lange sitzt, wird es sehr schmerzhaft, die Haltung beizubehalten. Man braucht Gedanken oder eine Absicht um eine Änderung herbeizuführen, was man aber nicht braucht, um die selbe Haltung beizubehalten. So lernt man seinen Körper zu kontrollieren und zwar ohne Gedanken oder Gefühle. Dann ist man vielleicht in der Lage, seinen eigenen Körper unabhängig von seiner Psyche zu sehen.

Fragen und Antworten

Frage::


Bitte ein Beispiel für:


"Dann wird man verstehen, dass der Körper entschieden agieren kann ohne eine Entscheidung in Form eines Gedanken zu treffen."


28/3/2020


Antwort:


Wenn du nicht weißt was du tun sollst, sitze einfach bequem und bewege

dich nicht.


Versuche zuerst eine Entscheidung zu treffen und falls es dir unmöglich

ist, dich zu entscheiden, bleibe sitzen, ohne etwas zu tun. Irgendwann

beginnt der Körper plötzlich sich zu bewegen und fängt an, etwas zu tun.

Am Anfang mag das einige Stunden dauern.


Wenn du das einmal verstanden hast, behalte Frage und Dinge, die du tun

musst einfach im Kopf, ohne dich dazu zu zwingen, sie zu tun. Dann wirst

du sehen, dass dein Körper plötzlich anfängt, zu tun, was du tun

solltest. Das ist dann der richtige Augenblick es zu tun.


Das ist der einzige Weg, die richtigen Dinge zur richtigen Zeit zu tun.

Die Leute versuchen, die richtigen Dinge zu tun. Aber die richtigen

Dinge zum falschen Zeitpunkt zu tun, mag zu schlechten Ergebnissen führen.


28/3/2020

Frage::


In einem Bereich der Medizin-Wissenschaft sagt man, dass Gefühle und

Gedanken unseren Gesundheitszustand beeinflussen, weshalb man zwischen

positiver und negativer Einstellung unterscheidet.


Wie kann das Praktizieren von Zen zu einem gesunden Körper beitragen?


27/3/2020


Antwort:


Medizin ist ein Teil einer Therapie und das ist der grundlegende

Unterschied zwischen Zen und Ki Training.


Der erste Unterschied ist Objektivität und Subjektivität. Es gibt zwei

Arten etwas zu tun: für anderen oder für einen selbst. Wissenschaft und

Medizin basieren auf der Idee, was man für andere tun kann. Es ist

leichter, etwas mit Materie zu machen da Materie normalerweise nicht

reagiert. Daher wurde Wissenschaft im Wesentlichen an Materie entwickelt.


Medizin wurde für Leute entwickelt, die schon am Sterben waren, da sie

dann weniger reagieren. Daher werden die meisten medizinischen

Operationen gemacht, nachdem der Patient betäubt wurde und daher nichts

spürt und nicht reagieren kann.


Psychologie wurde auf Grundlage von Wissenschaft und Medizin entwickelt,

und basiert auf dem Gedanken, was der Psychologe für den Patienten tun kann.


Was ist eine positive und negative Einstellung? Eine positive

Einstellung sorgt dafür, dass der Körper besser, eine negative dass er

schlechter arbeitet.

Wissenschaftler können deine Gedanken nicht sehen, dafür aber den Körper

untersuchen und vermuten ob der Körper besser oder schlechter

funktioniert. Dann stellen sie sich vor, dass deine Gedanken positiv

oder negativ sind und studieren Statistiken darüber. Danach können

Psychologen die Statistik dazu nutzen, den Patienten zu helfen. Da das

Verständnis auf Statistik beruht können sowohl Ärzte als auch

Psychologen nur 50 (mehr oder weniger) Prozent der Patienten helfen.


Zen oder Ki Training ist etwas, was man für sich selber tun kann. Daher

ist es unmöglich zu definieren, was positiver oder negativer Geist oder

Gedanken sind.


Man muss auch verstehen, dass man seinen Geist oder seine Gedanken nicht

kontrollieren kann. Deshalb muss man seinen Körper kontrollieren und das

ist Zen oder Ki Training.

Man muss seinen Körper verstehen ohne Namen zu verwenden, damit die

eigenen Gedanken oder die Psyche (Gefühle, Emotionen usw.) den Körper nicht beeinflussen. Dann versucht dein Körper natürlicherweise besser zu funktionieren


Das ist die grundlegende Natur des Lebens. Orientalische Medizin gründet

sich auf dieses Verständnis und versucht dir zu  helfen, es zu

erreichen. Aber in Europa akzeptieren die Regierungen diese Idee nicht.


27/3/2020

Frage::


Kann man Zen praktizieren, ohne lange Zeit zu sitzen?

Zum Beispiel, wenn man Auto fährt oder im Wald spazieren geht?


26/3/2020


Antwort:


Wenn du deinen Körper bewegst, ist es besser deine Gedanken zu beobachten.


Das ist keine Zen-Praxis aber Teil des Ki-Trainings.


Es ist so ähnlich wie Kontemplation, wie sie von manchen religiösen

Leuten in Europa praktiziert wird.


26/3/2020

Frage::


Wenn man lange sitzt und der Schmerz kommt, sollen wir dann mit dem

Schmerz weiter sitzen bleiben?


Ist Schmerz nicht ein Indikator dafür, dass der Körper beschädigt wird?


26/3/2020


Antwort:


Schmerz zeigt an, dass etwas ungewöhnlich ist, nicht unbedingt

schädlich. Man muss unterscheiden können zwischen Schmerz der nicht

schädlich ist und solchem, der auf Schädigung hinweist.


Normalerweise ist der Schmerz, den man beim Sitzen erfährt, unschädlich

für den Körper, aber das kann ich nicht garantieren.


Jedes Training bedeutet ein gewisses Risiko, das man auf sich nimmt. Ich

kenne viele Leute, die sich ihre Füße beim Joggen beschädigt haben ohne

dabei Schmerzen gespürt zu haben.


Bei Krebs hat man normalerweise auch keinen Schmerz, obwohl der Körper

Schaden erleidet. Deshalb muss man seinen Körper sehen können und nicht

von empfundenen Schmerzen abhängig sein.


26/3/2020

Frage::


Es gibt viele Geschichten von Zen-Meistern, die erleuchtet wurden.


Ist das die selbe Art der Erleuchtung, wie wir sie von der indischen Tradition her kennen?


25/3/2020


Antwort:


Da ich persönlich keinen indischen Meister kenne, kann ich nur anhand

dessen urteilen, was sie sagen oder schreiben.


Wahrscheinlich sprechen Inder von anderen psychologischen

Transformationen aber das hängt wohl vom Einzelnen ab und ich kann meine

Meinung nicht verallgemeinern.


Wie es auch sei, es ist nicht wichtig von anderen zu wissen. Das einzig

Wichtige für dich ist, ob du deinen Körper siehst oder nicht.


25/3/2020

Frage:


Seinen eigenen Körper unabhängig von der eigenen Psyche zu sehen erscheint sehr pragmatisch.


Aber ist es möglich, diesen Zustand jederzeit zu erreichen oder ist es etwas, das wir nur in Augenblicken von Stress in unserem Leben zu finden versuchen sollten?


25/3/2020

Antwort:


Traditionelle Zen-Praxis zielt darauf hin, jederzeit diese

Aufmerksamkeit für den Körper zu haben. Aber es ist bekannt, dass nur

einer von Tausenden das erreichen kann.


Ich persönlich habe nie von einem japanischen Zen-Meister gehört, der

das in letzter Zeit erreicht hätte.


Daher ist es genug, Aikido und Ki zu üben und damit zu einem gewissen

Maß seinen Körper zu sehen und Freiheit von Gedanken und Gefühlen zu haben.


25/3/2020